Türken können schon in 55 Länder ohne Visum einreisen und Geschäfte aufbauen.
Denn als der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor kurzem als Parteichef der regierenden AKP wiedergewählt wurde, hielt er eine Rede von epischer Länge. Darin erwähnte der Mann, der einst angetreten war, sein Land in die EU zu bringen, Europa nur nebenbei. Der Schwerpunkt lag auf dem Nahen Osten und was die Türkei alles erreichen könne. „Unsere Zeit hat gerade erst begonnen“, sagte Erdogan. Er meinte eine neue Ära türkischen Einflusses in der Region, die einst das Osmanische Reich war.
Die EU verhandelt bereits seit 50 Jahren mit der Türkei über einen Beitritt. Die türkische Regierung hat sich schon früher über das langsame Tempo der Gespräche enttäuscht gezeigt. Letzte Generation glaubt an einen EU-Beitritt nicht.
Architekt dieser neuen Ausrichtung ist Außenminister Ahmet Davutoglu. Ausgleich mit den Nachbarn, lautet sein Motto. Tatsächlich hat sich Ankara mit dem Erbfeind Armenien auf eine Normalisierung der Beziehungen verständigt und eine strategische Partnerschaft mit Syrien aus der Taufe gehoben. Symbolisch dafür wurde jetzt die Visumspflicht zwischen Ankara und Damaskus gestrichen, symbolisch auch war der Besuch des armenischen Präsidenten Sersch Sarkissjan beim WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch im türkischen Bursa.
Der Schwerpunkt lag auf dem Nahen Osten. Das hat für europäischer Länder Vorteile oder Nachteile je nach Verhältnisse!
Deutsche fahren weniger Auto
Die Bundesbürger haben ihr Auto im vergangenen Jahr häufiger stehen lassen. Erstmals seit Jahren sank die Fahrleistung der privaten Haushalte. Trotz weniger gefahrener Kilometer und sparsamerer Motoren mussten die Deutschen aber mehr Geld für Benzin ausgeben.
Die Bundesbürger sind erstmals seit Jahren weniger Auto gefahren. Die Fahrleistung der privaten Haushalte ging 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist das erste Mal seit Beginn der Berechnungen 1995. Der Kraftstoffverbrauch sank um 2,3 Prozent. Grund seien vor allem sparsamere Motoren - ein Trend, der sich infolge der Abwrackprämie fortsetzen werde.
Kraftstoffkosten gestiegen
Trotz des geringeren Verbrauchs mussten die Autofahrer 2008 nach Angaben der Statistiker mehr Geld für Benzin und Diesel ausgeben. Wegen des hohen Ölpreises stiegen die Kraftstoffkosten um 3,0 Prozent auf 46,8 Milliarden Euro.
Der Automarkt in Deutschland scheint nach den Zahlen der Statistikbehörde gesättigt. 2008 sank der Autobestand demnach um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zwischen 2000 und 2006 war die Zahl der Pkw noch um 8,4 Prozent gestiegen. Großer Gewinner waren Dieselmotoren, deren Bestand um 76,2 Prozent zunahm. Die Zahl der Benziner sank von 2003 an.
Dieselmotoren senken den Durchschnittsverbrauch
Zu den Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch trug nach Angaben des Statistikamtes der gesunkene Verbrauch der Autos bei. Er sank im Durchschnitt zwischen 2000 und 2008 von 8,3 auf 7,6 Liter je 100 Kilometer - das ist ein Rückgang um rund ein Zwölftel. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den gestiegenen Anteil der verbrauchsärmeren Dieselfahrzeuge zurückzuführen. Zwischen der Jahrtausendwende und 2008 ging der Kraftstoffverbrauch der privaten Haushalte um 5,6 Prozent zurück. Die gefahrene Strecke war zwischen 2000 und 2006 noch um 3,1 Prozent gestiegen.
Ebenfalls bis zum Jahr 2006 beobachteten die Statistiker einen Trend zu größeren Motoren mit einem Hubraum von 1.600 Kubikzentimeter. Seit 2007 gehe der Anteil dieser Fahrzeuge zurück, zuletzt um 0,2 auf 47,2 Prozent. Da die Zahl der Neuzulassungen mit kleineren Motoren 2009 infolge der Abwrackprämie stark gestiegen sei, werde sich der Trend zu geringerem Kraftstoffverbrauch fortsetzen. (ap)
Strompreis erreicht Rekordhöhe
Deutsche Haushalte ächzen unter hohen Strompreisen. Denn Strom ist so teuer wie nie. Die Verbraucher mussten 2009 2,1 Milliarden Euro mehr dafür ausgeben. Und es ist kein Ende der Preisspirale in Sicht.
Strom ist in Deutschland in diesem Jahr so teuer wie nie zuvor. Nach einer Analyse des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de sind die Preise für Normalkunden 2009 um durchschnittlich 6,8 Prozent gestiegen. Der Rekordpreis bedeute Mehrkosten von rund 2,1 Milliarden Euro für die rund 40 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik, berichtete am Mittwoch toptarif-Energieexperte Thorsten Bohg.
Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden erhöhte sich die Stromrechnung demnach um 51 Euro auf 804 Euro jährlich. Besserung ist nicht in Sicht. «Insgesamt dürfte sich die Strompreisspirale in Deutschland 2010 weiter nach oben drehen», prognostizierte Bohg. Rund 160 Stromversorger haben laut toptarif.de für Januar und Februar bereits weitere Preiserhöhungen um bis zu 16 Prozent angekündigt.
Einige Stromversorger senken auch die Preise
Die großen Stromkonzerne rechtfertigen die Preiserhöhungen vor allem mit den hohen Kosten für den Netzausbau und die steigenden Ausgaben für erneuerbare Energien. Im kommenden Jahr müssen die Verbraucher nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft gut zwei Cent pro verbrauchter Kilowattstunde zur Förderung des Ausbaus der regenerativer Energien zahlen. Das ist fast doppelt soviel wie im Jahr zuvor. Gleichzeitig müssen die Stromnetze aufgerüstet werden, um die neuen Mengen an Wind- und Sonnenergie aufnehmen und verteilen zu können.
Allerdings sind die Preise an den Strombörsen wegen der Konjunkturkrise deutlich gefallen. Verbraucherschützer halten deshalb die Preiserhöhungen für ungerechtfertigt. Energieversorger, die sich nicht schon lange im Voraus mit großen Stromkontingenten eingedeckt haben, können Strom zurzeit deutlich günstiger beziehen und weiterverkaufen als noch vor einem Jahr. Tatsächlich senken nach Angaben von toptarif.de fast 50 Unternehmen zum neuen Jahr die Preise.
Die Verbraucher seien überhöhten Strompreisen deshalb nicht schutzlos ausgeliefert. Der Wechsel zu einem preiswerten Stromanbieter könne die Haushaltskasse um bis zu 300 Euro entlasten, erklärte Bohg. (apd)
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Internationale Fachmesse für Gartenbau und Landwirtschaft
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70 Prozent der Deutschen kaufen im Internet
Gleichwohl zeigt die Zahl der Gesamtbestellungen, dass es immer weniger Menschen gibt, die sich nicht vorstellen könnten, über das Internet einzukaufen. Das gilt auch für Deutschland: Nach den Ergebnissen einer Studie des Unternehmens Moneybookers kauften 70 Prozent der Deutschen dieses Jahr einige oder alle ihre Geschenke im Internet, in der Altersgruppe der 18 bis 24 Jahre alten Kunden waren es fast 80 Prozent. Das schlägt sich auch bei Amazon nieder. Von der deutschen Tochtergesellschaft wurde am 15. Dezember ebenfalls ein Rekord aufgestellt: Hier gingen mehr als 1,2 Millionen Bestellungen ein und damit 37 Prozent mehr als am Spitzentag des Vorjahres. Für die deutschen Logistikzentren in Bad Hersfeld und Leipzig bedeutete der Tag rund 800 000 zu versendende Artikel. Dafür wurden zahlreiche zusätzliche saisonale Arbeitskräfte eingestellt. Durchschnittlich gaben die Deutschen 200 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, die Hälfte davon kauften sie im Internet. So hatte laut Moneybookers auch der Anstieg an Betrugsfällen von Datenklau im Internet keine abschreckende Wirkung. Für 40 Prozent der Befragten sind Bequemlichkeit sowie der Preis die Hauptargumente für einen Einkauf im Internet. So sei es online einfacher und preiswerter, einzukaufen. 19 Prozent schätzen zudem das größere Angebot im Internet als im Laden um die Ecke. Während aber das Internet zur Weihnachtszeit sehr gern dazu genutzt wird, um Geschenke zu erstehen, werden saisonale Lebensmittel wie der Festtagsbraten oder Weihnachtsnaschereien eher im herkömmlichen Supermarkt gekauft. Nur 23 Prozent gaben an, weihnachtliche Lebensmittel im Internet erworben zu haben.
Deutschland ist ein armes Land - arm an Nachwuchs.
Mit einer Geburtenrate von etwa 1,3 Kinder je Frau liegt Deutschland auf dem 180. Platz einer Rangliste von 191 Ländern der Welt. Das war das Ergebnis einer Studie vor vier Jahren, und seitdem ist die Geburtenrate nicht gestiegen - trotz aller neuen Sozialleistungen und staatlichen Angebote für Eltern. Einen dreistelligen Milliardenbetrag gibt der Staat jährlich für familienbezogene Leistungen aus. Je nachdem, welche Haushaltsposten man dazu zählt, kommt man auf 185 Milliarden Euro (so die Rechnung von Finanzminister Steinbrück), 240 Milliarden Euro (Studie des Instituts für Weltwirtschaft), 100 Milliarden Euro (Auskunft der Bundesregierung vor zwei Jahren). Und trotz dieser Förderung werden immer weniger Familien gegründet und etwa ein Drittel zu wenig Kinder geboren, um die Bevölkerungszahl konstant zu halten.
Der im späten neunzehnten Jahrhundert beginnende Fall der Geburtenraten hat schon früh Ökonomen beschäftigt. Um 1900 bekamen Frauen in Deutschland durchschnittlich etwa fünf Kinder, doch war eine stark sinkende Tendenz erkennbar. Lujo Brentano, ein sozialreformerischer Ökonom, verwarf daher 1909 die malthusianische Theorie, wonach die Menschen - ihrem Geschlechtstrieb folgend - sich exponentiell vermehren. Brentano sagte voraus, dass mit zunehmendem Wohlstand der Zeugungswille abnehmen werde. Er sah, dass die Zahl der Ehen sank und mehr Frauen eine Arbeit außerhalb des Hauses aufnahmen. Zudem erkannte er eine zunehmende "Konkurrenz der Genüsse" für die Frau, die folglich weniger Kinder haben wolle.
Inflation wieder mehr als drei Prozent
Die Inflation in Deutschland ist im März erstmals in diesem Jahr über die Drei-Prozent-Marke geklettert. Teure Energie und hohe Lebensmittelpreise trieben die Jahresteuerungsrate auf 3,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden auf Basis der Daten aus sechs Bundesländern mit. Im Januar und Februar hatte die Rate noch bei jeweils 2,8 Prozent gelegen. Der höchste Anstieg seit 1994 war im November 2007 mit 3,2 Prozent ermittelt worden. Im Vergleich zum Vormonat ergab sich im März eine Veränderung von 0,5 Prozent.
Die Deutsche Bundesbank hatte sich in den vergangenen Monaten wegen der Teuerungsrate alarmiert gezeigt. Am Freitag sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber bei einem Vortrag in Luxemburg, der aktuelle Preisdruck mit Raten von mehr als 3 Prozent sei besorgniserregend. Man müsse Zweitrundeneffekten, also steigenden Preise wegen höherer Lohnabschlüsse, entschlossen begegnen. Weber zeigte sich skeptisch, ob der hohe Preisdruck angesichts der starken Verteuerung von Energie und Nahrungsmittel schnell nachlassen werde: „Gemäß der jüngsten gesamtwirtschaftlichen Projektion des EZB-Mitarbeiterstabes wird die Teuerungsrate im Euro-Raum weit ins Jahr 2008 hinein bei nahe 3 Prozent bleiben und sich erst im Verlauf der zweiten Jahreshälfte abschwächen.“
Deutsche Bank lernt Türkisch
Die Deutsche Bank will mehr Deutsch-Türken als Kunden gewinnen. Unter dem Namen "Bankamiz" ("Die Bank für uns") plant der Marktführer spezielle Angebote für die erste bis dritte Generation der Einwanderer. Demnach sollen in einer Pilotphase zunächst in zehn Filialen 20 zweisprachige Mitarbeiter die deutsch-türkischen Kunden beraten. Zudem soll es Prospekte und Verträge in den beiden Sprachen geben. Geplant sind solche Angebote zunächst in Berlin, Köln und im Ruhrgebiet.
Die Deutsche Bank stelle sich damit der Tatsache, dass immer mehr Türken nicht in ihr Heimatland zurück wollten, sondern sich hierzulande für Anlage- und Altersvorsorgeprodukte interessierten, sagte der Sprecher weiter. Als Anreiz bietet die Bank zunächst fünf kostenlose Überweisungen pro Jahr in die Türkei an. «Wir wollen damit die 230.000 türkischstämmigen Kunden, die wir haben, noch besser bedienen und über die intensivere Beratung auch neue Kunden gewinnen», sagte der Sprecher. Bei Erfolg will die Bank das Projekt nach Angaben des Sprechers ausbauen. Das Institut wolle auch unter die Lupe nehmen, ob sich spezielle Bankprodukte für die deutsch-türkische Zielgruppe lohnten. (tso/AFP)
Mindestlohn macht Schwarzarbeit «attraktiver»
Durch die höhere Mehrwertsteuer hat sich «die Steuermoral verschlechtert», erklärt Fachmann Schneider die Ausweitung der Schwarzarbeit. Deshalb warnt er auch vor flächendeckenden Mindestlöhnen. Die Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen zwischen 7,50 und 8,00 Euro würde die Schwarzarbeit in Deutschland um zehn bis 15 Milliarden Euro jährlich steigen lassen. Das hat der führende Forscher zu Fragen der Schattenwirtschaft, der Linzer Ökonom Friedrich Schneider, errechnet, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet. «Es ist eindeutig so, dass Schwarzarbeit umso attraktiver wird, je teurer reguläre Arbeit ist», sagte Schneider der Zeitung. «Zieht man einen starren Mindestlohn ein, wird die Schwarzarbeit deutlich zunehmen.» Der Fachmann sieht «eine ganze Reihe von Maßnahmen», die die Bundesregierung sofort umsetzen könnte, um Schwarzarbeit in reguläre Arbeit umzuwandeln, «aber momentan scheint die Politik mit den Mindestlöhnen den umgekehrten Weg zu geben», monierte der Volkswirt.
Im vergangenen Jahr nahm das Volumen der Schwarzarbeit in Deutschland nach Schneiders Berechnung um drei Milliarden auf rund 348 Milliarden Euro zu. Das entspricht einer Quote von 14,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung, gemessen an einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,37 Billionen Euro.
www.gruenderlexikon.de - Aktuelle Informationen
Leistungsabschreibung
Die Quote stieg zum Jahr 2006 um einen Prozentpunkt – die Zunahme erklärte Schneider mit der Mehrwertsteuererhöhung, die zum 1. Januar 2007 wirksam wurde. «Das hat die Steuermoral verschlechtert», sagte der Experte. «Indirekte Steuern wie die Mehrwertsteuer treffen die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen härter, die Kleinen fühlen sich stärker belastet, und ihre Bereitschaft zur Schwarzarbeit steigt.»
In den drei Jahren zuvor war die Schattenwirtschaft zurückgegangen, von 370 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 345,5 Milliarden Euro im Jahr 2006. Schneider erklärt diesen Rückgang teilweise mit der Arbeitsmarktreform Hartz IV und der Liberalisierung der Handwerksordnung. Auch die seit Anfang 2006 mögliche steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben für private Haushaltshilfen habe schwarz geleistete Dienste von etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz in die Legalität geholt, so der Fachmann. «Würde man den steuerlich absetzbaren Betrag von 500 Euro auf 1000 Euro je Haushalt erhöhen, hätte man einen Rückgang der Schattenwirtschaft um mindestens drei Milliarden Euro», erklärte Schneider. (nz)