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H&M startet in der Türkei

Die erste Filiale der schwedischen Textilkette eröffnet im November in "bester Lage" in der Istanbuler Innenstadt, weitere internationale Standorte sind geplant

Stockholm - Die schwedische Textilkette H&M (Hennes&Mauritz) steigt in den türkischen Markt ein und eröffnet das erste eigene Warenhaus in Istanbul. Wie Konzernchef Karl-Johan Persson mitteilte, sei die Türkei für H&M ein "interessanter Markt mit einer großen, jungen und modebewussten Bevölkerung". Dies biete große Möglichkeiten für Expansion in der Zukunft. Die erste H&M-Filiale mit 2.300 Quadratmetern Verkaufsfläche soll im November in "bester Lage" in der Istanbuler Innenstadt eröffnet werden.

Deutsche Firmen in der Türkei

Über 3.700 Firmen mit deutschem Stammkapital haben mittlerweile den Weg in die Türkei gefunden.

Deutschland spielt unter den ausländischen Investoren in der Türkei insofern eine führende Rolle, als deutsche Unternehmen die älteste ununterbrochene Präsenz im Lande haben und hinsichtlich der Anzahl der Projekte an erster Stelle stehen. Viele deutsche Großunternehmen sind seit mehreren Jahrzehnten mit eigenen Tochtergesellschaften in der Türkei vertreten. Bei manchen, wie Siemens, reicht die Präsenz bis in das vorletzte Jahrhundert zurück. Die deutschen Großfirmen, die relativ frühzeitig am Bosporus Flagge zeigten, trugen in den darauf folgenden Jahren zur Ausdehnung der deutschen Präsenz bei, indem sie ihre angestammten Zulieferer aufforderten, nachzuziehen.

Die Gesamtzahl der deutschen Firmen mit deutschem Kapital in der Türkei erreichte Mitte 2006 nach Angaben der Generaldirektion für Auslandskapital in Ankara mehr als 2.300. Die günstige Wirtschaftsentwicklung mit durchschnittlichen realen Zuwachsraten des Bruttosozialproduktes (BSP) von 7% und die damit verbundenen vermehrten Geschäfts- und Absatzchancen locken immer mehr deutsche Firmen an den Bosporus, die in der Türkei einen besonders zukunftsträchtigen Markt sehen. Dabei sind die Betätigungsfelder vielseitig. Sie reichen von der reinen Fertigung von Industrieerzeugnissen, wie Haushaltsgeräte von BSH Bosch und Siemens bis hin zur Errichtung von Warenhäusern durch den Metro-Konzern. Tchibo, Real, Baushaus, Praktiker, C&A, Deichmann sind andere berühmte Marken, die in der Türkei tätig sind.

Die Türkei und Russland haben ein abkommen zur gegenseitigen Aufhebung der Visumspflicht vereinbart

Es soll beim Besuchs des russischen Präsidenten Dimitri Medwedew am 11. und 12. Mai in der Türkei endgültig unterzeichnet werden. Dann sollen Russen und Türken bei Besuchen im jeweils anderen Land bei einem Aufenthalt bis zu 30 Tagen ohne Visum einreisen können. Für türkische Arbeitnehmer und Studenten in Russland gibt es Sonderregelungen. Bisher müssen Russen bei der Einreise in die Türkei für 20 US-Dollar ein Visum erwerben. Die Türkei erhofft sich von der Aufhebung der Visumspflicht für Besucher aus Russland einen weiteren Anstieg der Urlauberzahl aus Russland.

Die Türkei und Russland wollen die gegenseitige Visumpflicht bei Urlaubs­reisen aufheben. Das entsprechende Abkommen sei fertig, sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Mittwoch nach einem Gespräch mit seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül in Ankara. Medwedew sprach von einem "historischen" Abkommen, das Millionen von Menschen das Leben erleichtern werde.

Die türkische Reisebranche erwartet, dass die Russen bald die Deutschen als stärkste Besuchergruppe im Türkei- Tourismus ablösen werden. "Die Menschen unseres Landes lieben die Türkei als Urlaubsland", sagte Medwedew. Im vergangenen Jahr verbrachten nach seinen Worten 2,5 Millionen Russen ihre Ferien in der Türkei, vor der globalen Finanzkrise seien es drei Millionen gewesen. Nun werde bald wieder die Zahl vor der Krise erreicht werden, sagte der Präsident. Nach dem Abkommen brauchen Türken und Russen bei Besuchen von bis zu 30 Tagen im jeweils anderen Land kein Visum mehr.

Gül betonte, die Aufhebung der Visumpflicht werde sich positiv auf die türkische Fremdenverkehrsbranche auswirken. In Antalya und anderen südtürkischen Urlaubsorten sind die Russen in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Faktor geworden; es gibt Hotels im Kreml- Stil und mancherorts auch kyrillische Hinweistafeln.

Damit gerät die Position der Deutschen als unangefochtene Führungsnation an türkischen Stränden ins Wanken. Der türkische Hotelverband erwartet ab dem Jahr 2013 rund fünf Millionen russische Urlauber im Land. Die Zahl der Türkei- Touristen aus Deutschland lag im vergangenen Jahr bei rund 4,5 Millionen.

Russland baut das erste Atomkraftwerk der Türkei

Den Vertrag unterzeichneten beide Seiten am Mittwoch beim Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Ankara, wie offiziell mitgeteilt wurde. Die Kosten für das Projekt im südtürkischen Akkuyu belaufen sich demnach auf rund 20 Milliarden Dollar (rund 15,8 Milliarden Euro).

"Dies ist ein wichtiger Schritt", sagte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan. Mit dem Bau werde nach der Ratifizierung des Vertrages durch die Parlamente beider Länder begonnen. Medwedew sagte, mit dem Abkommen werde eine "neue Seite in unserer Zusammenarbeit" aufgeschlagen. Die Vereinbarung zeige, dass die Partnerschaft zwischen beiden Ländern mehr sei als ein Lippenbekenntnis.

Russische Firmen werden nach Medienberichten rund 75 Prozent der Arbeiten an dem Kraftwerk übernehmen. Die vier Reaktoren sollen eine Gesamtleistung von 4800 Megawatt haben und im Jahr 2017 ans Netz gehen. Ein Firmenkonsortium unter russischer Führung hatte im vergangenen Jahr die Ausschreibung für den Bau des Kraftwerks gewonnen, doch war die Entscheidung von einem Gericht zunächst aufgehoben worden. Nun gebe es keine Probleme mehr, sagte der türkische Energieminister Taner Yildiz nach einem Bericht der Zeitung "Hürriyet".

Die türkische Regierung strebt den Bau mehrerer Atomkraftwerke an, um das Land aus der Abhängigkeit von Erdgaslieferungen aus Russland und dem Iran zu befreien. Atomgegner und Umweltschützer protestieren gegen die Pläne und verweisen unter anderem auf die überall in der Türkei bestehende Erdbebengefahr. Nach Medienberichten haben seit Jahresbeginn rund 700 Einwohner das Städtchen Akkuyu aus Angst vor möglichen Atomunfällen in dem geplanten Kraftwerk verlassen.

Türken können schon in 55 Länder ohne Visum einreisen und Geschäfte aufbauen.

Denn als der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor kurzem als Parteichef der regierenden AKP wiedergewählt wurde, hielt er eine Rede von epischer Länge. Darin erwähnte der Mann, der einst angetreten war, sein Land in die EU zu bringen, Europa nur nebenbei. Der Schwerpunkt lag auf dem Nahen Osten und was die Türkei alles erreichen könne. „Unsere Zeit hat gerade erst begonnen“, sagte Erdogan. Er meinte eine neue Ära türkischen Einflusses in der Region, die einst das Osmanische Reich war.

Die EU verhandelt bereits seit 50 Jahren mit der Türkei über einen Beitritt. Die türkische Regierung hat sich schon früher über das langsame Tempo der Gespräche enttäuscht gezeigt. Letzte Generation glaubt an einen EU-Beitritt nicht.

Architekt dieser neuen Ausrichtung ist Außenminister Ahmet Davutoglu. Ausgleich mit den Nachbarn, lautet sein Motto. Tatsächlich hat sich Ankara mit dem Erbfeind Armenien auf eine Normalisierung der Beziehungen verständigt und eine strategische Partnerschaft mit Syrien aus der Taufe gehoben. Symbolisch dafür wurde jetzt die Visumspflicht zwischen Ankara und Damaskus gestrichen, symbolisch auch war der Besuch des armenischen Präsidenten Sersch Sarkissjan beim WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch im türkischen Bursa.

Der Schwerpunkt lag auf dem Nahen Osten. Das hat für europäischer Länder Vorteile oder Nachteile je nach Verhältnisse!

Deutsche fahren weniger Auto

Die Bundesbürger haben ihr Auto im vergangenen Jahr häufiger stehen lassen. Erstmals seit Jahren sank die Fahrleistung der privaten Haushalte. Trotz weniger gefahrener Kilometer und sparsamerer Motoren mussten die Deutschen aber mehr Geld für Benzin ausgeben.

Die Bundesbürger sind erstmals seit Jahren weniger Auto gefahren. Die Fahrleistung der privaten Haushalte ging 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist das erste Mal seit Beginn der Berechnungen 1995. Der Kraftstoffverbrauch sank um 2,3 Prozent. Grund seien vor allem sparsamere Motoren - ein Trend, der sich infolge der Abwrackprämie fortsetzen werde.

Kraftstoffkosten gestiegen

Trotz des geringeren Verbrauchs mussten die Autofahrer 2008 nach Angaben der Statistiker mehr Geld für Benzin und Diesel ausgeben. Wegen des hohen Ölpreises stiegen die Kraftstoffkosten um 3,0 Prozent auf 46,8 Milliarden Euro.

Der Automarkt in Deutschland scheint nach den Zahlen der Statistikbehörde gesättigt. 2008 sank der Autobestand demnach um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zwischen 2000 und 2006 war die Zahl der Pkw noch um 8,4 Prozent gestiegen. Großer Gewinner waren Dieselmotoren, deren Bestand um 76,2 Prozent zunahm. Die Zahl der Benziner sank von 2003 an.

Dieselmotoren senken den Durchschnittsverbrauch

Zu den Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch trug nach Angaben des Statistikamtes der gesunkene Verbrauch der Autos bei. Er sank im Durchschnitt zwischen 2000 und 2008 von 8,3 auf 7,6 Liter je 100 Kilometer - das ist ein Rückgang um rund ein Zwölftel. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den gestiegenen Anteil der verbrauchsärmeren Dieselfahrzeuge zurückzuführen. Zwischen der Jahrtausendwende und 2008 ging der Kraftstoffverbrauch der privaten Haushalte um 5,6 Prozent zurück. Die gefahrene Strecke war zwischen 2000 und 2006 noch um 3,1 Prozent gestiegen.

Ebenfalls bis zum Jahr 2006 beobachteten die Statistiker einen Trend zu größeren Motoren mit einem Hubraum von 1.600 Kubikzentimeter. Seit 2007 gehe der Anteil dieser Fahrzeuge zurück, zuletzt um 0,2 auf 47,2 Prozent. Da die Zahl der Neuzulassungen mit kleineren Motoren 2009 infolge der Abwrackprämie stark gestiegen sei, werde sich der Trend zu geringerem Kraftstoffverbrauch fortsetzen. (ap)

Strompreis erreicht Rekordhöhe

Deutsche Haushalte ächzen unter hohen Strompreisen. Denn Strom ist so teuer wie nie. Die Verbraucher mussten 2009 2,1 Milliarden Euro mehr dafür ausgeben. Und es ist kein Ende der Preisspirale in Sicht.

Strom ist in Deutschland in diesem Jahr so teuer wie nie zuvor. Nach einer Analyse des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de sind die Preise für Normalkunden 2009 um durchschnittlich 6,8 Prozent gestiegen. Der Rekordpreis bedeute Mehrkosten von rund 2,1 Milliarden Euro für die rund 40 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik, berichtete am Mittwoch toptarif-Energieexperte Thorsten Bohg.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden erhöhte sich die Stromrechnung demnach um 51 Euro auf 804 Euro jährlich. Besserung ist nicht in Sicht. «Insgesamt dürfte sich die Strompreisspirale in Deutschland 2010 weiter nach oben drehen», prognostizierte Bohg. Rund 160 Stromversorger haben laut toptarif.de für Januar und Februar bereits weitere Preiserhöhungen um bis zu 16 Prozent angekündigt.

Einige Stromversorger senken auch die Preise

Die großen Stromkonzerne rechtfertigen die Preiserhöhungen vor allem mit den hohen Kosten für den Netzausbau und die steigenden Ausgaben für erneuerbare Energien. Im kommenden Jahr müssen die Verbraucher nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft gut zwei Cent pro verbrauchter Kilowattstunde zur Förderung des Ausbaus der regenerativer Energien zahlen. Das ist fast doppelt soviel wie im Jahr zuvor. Gleichzeitig müssen die Stromnetze aufgerüstet werden, um die neuen Mengen an Wind- und Sonnenergie aufnehmen und verteilen zu können.

Allerdings sind die Preise an den Strombörsen wegen der Konjunkturkrise deutlich gefallen. Verbraucherschützer halten deshalb die Preiserhöhungen für ungerechtfertigt. Energieversorger, die sich nicht schon lange im Voraus mit großen Stromkontingenten eingedeckt haben, können Strom zurzeit deutlich günstiger beziehen und weiterverkaufen als noch vor einem Jahr. Tatsächlich senken nach Angaben von toptarif.de fast 50 Unternehmen zum neuen Jahr die Preise.

Die Verbraucher seien überhöhten Strompreisen deshalb nicht schutzlos ausgeliefert. Der Wechsel zu einem preiswerten Stromanbieter könne die Haushaltskasse um bis zu 300 Euro entlasten, erklärte Bohg. (apd)

Growtech Eurasia Antalya ( 03.12.2009 - 06.12.2009 )

Internationale Fachmesse für Gartenbau und Landwirtschaft

Auf der Growtech Eurasia stellen lokale und internationale Unternehmen ihre Marken, neue Produkte sowie neue Technologien der Branche vor. Diese Fachmesse für Gartenbau, Landwirtschaft, Blumenzucht und ökologischen Landbau ist eine der wichtigsten der Türkei. In Seminaren und Podiumsdiskussionen haben die Fachbesucher die Möglichkeit Erfahrungen und Kenntnisse mit Erzeugern und Fachleuten der Landwirtschaft zu erörtern und auszutauschen.

Wenn Sie in Antalya eine Beratungsstelle brauchen, wir haben unser Team.

70 Prozent der Deutschen kaufen im Internet

Gleichwohl zeigt die Zahl der Gesamtbestellungen, dass es immer weniger Menschen gibt, die sich nicht vorstellen könnten, über das Internet einzukaufen. Das gilt auch für Deutschland: Nach den Ergebnissen einer Studie des Unternehmens Moneybookers kauften 70 Prozent der Deutschen dieses Jahr einige oder alle ihre Geschenke im Internet, in der Altersgruppe der 18 bis 24 Jahre alten Kunden waren es fast 80 Prozent. Das schlägt sich auch bei Amazon nieder. Von der deutschen Tochtergesellschaft wurde am 15. Dezember ebenfalls ein Rekord aufgestellt: Hier gingen mehr als 1,2 Millionen Bestellungen ein und damit 37 Prozent mehr als am Spitzentag des Vorjahres. Für die deutschen Logistikzentren in Bad Hersfeld und Leipzig bedeutete der Tag rund 800 000 zu versendende Artikel. Dafür wurden zahlreiche zusätzliche saisonale Arbeitskräfte eingestellt. Durchschnittlich gaben die Deutschen 200 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, die Hälfte davon kauften sie im Internet. So hatte laut Moneybookers auch der Anstieg an Betrugsfällen von Datenklau im Internet keine abschreckende Wirkung. Für 40 Prozent der Befragten sind Bequemlichkeit sowie der Preis die Hauptargumente für einen Einkauf im Internet. So sei es online einfacher und preiswerter, einzukaufen. 19 Prozent schätzen zudem das größere Angebot im Internet als im Laden um die Ecke. Während aber das Internet zur Weihnachtszeit sehr gern dazu genutzt wird, um Geschenke zu erstehen, werden saisonale Lebensmittel wie der Festtagsbraten oder Weihnachtsnaschereien eher im herkömmlichen Supermarkt gekauft. Nur 23 Prozent gaben an, weihnachtliche Lebensmittel im Internet erworben zu haben.

Deutschland ist ein armes Land - arm an Nachwuchs.

Mit einer Geburtenrate von etwa 1,3 Kinder je Frau liegt Deutschland auf dem 180. Platz einer Rangliste von 191 Ländern der Welt. Das war das Ergebnis einer Studie vor vier Jahren, und seitdem ist die Geburtenrate nicht gestiegen - trotz aller neuen Sozialleistungen und staatlichen Angebote für Eltern. Einen dreistelligen Milliardenbetrag gibt der Staat jährlich für familienbezogene Leistungen aus. Je nachdem, welche Haushaltsposten man dazu zählt, kommt man auf 185 Milliarden Euro (so die Rechnung von Finanzminister Steinbrück), 240 Milliarden Euro (Studie des Instituts für Weltwirtschaft), 100 Milliarden Euro (Auskunft der Bundesregierung vor zwei Jahren). Und trotz dieser Förderung werden immer weniger Familien gegründet und etwa ein Drittel zu wenig Kinder geboren, um die Bevölkerungszahl konstant zu halten.

Der im späten neunzehnten Jahrhundert beginnende Fall der Geburtenraten hat schon früh Ökonomen beschäftigt. Um 1900 bekamen Frauen in Deutschland durchschnittlich etwa fünf Kinder, doch war eine stark sinkende Tendenz erkennbar. Lujo Brentano, ein sozialreformerischer Ökonom, verwarf daher 1909 die malthusianische Theorie, wonach die Menschen - ihrem Geschlechtstrieb folgend - sich exponentiell vermehren. Brentano sagte voraus, dass mit zunehmendem Wohlstand der Zeugungswille abnehmen werde. Er sah, dass die Zahl der Ehen sank und mehr Frauen eine Arbeit außerhalb des Hauses aufnahmen. Zudem erkannte er eine zunehmende "Konkurrenz der Genüsse" für die Frau, die folglich weniger Kinder haben wolle.

Inflation wieder mehr als drei Prozent

Die Inflation in Deutschland ist im März erstmals in diesem Jahr über die Drei-Prozent-Marke geklettert. Teure Energie und hohe Lebensmittelpreise trieben die Jahresteuerungsrate auf 3,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden auf Basis der Daten aus sechs Bundesländern mit. Im Januar und Februar hatte die Rate noch bei jeweils 2,8 Prozent gelegen. Der höchste Anstieg seit 1994 war im November 2007 mit 3,2 Prozent ermittelt worden. Im Vergleich zum Vormonat ergab sich im März eine Veränderung von 0,5 Prozent.

Die Deutsche Bundesbank hatte sich in den vergangenen Monaten wegen der Teuerungsrate alarmiert gezeigt. Am Freitag sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber bei einem Vortrag in Luxemburg, der aktuelle Preisdruck mit Raten von mehr als 3 Prozent sei besorgniserregend. Man müsse Zweitrundeneffekten, also steigenden Preise wegen höherer Lohnabschlüsse, entschlossen begegnen. Weber zeigte sich skeptisch, ob der hohe Preisdruck angesichts der starken Verteuerung von Energie und Nahrungsmittel schnell nachlassen werde: „Gemäß der jüngsten gesamtwirtschaftlichen Projektion des EZB-Mitarbeiterstabes wird die Teuerungsrate im Euro-Raum weit ins Jahr 2008 hinein bei nahe 3 Prozent bleiben und sich erst im Verlauf der zweiten Jahreshälfte abschwächen.“

Deutsche Bank lernt Türkisch

Die Deutsche Bank will mehr Deutsch-Türken als Kunden gewinnen. Unter dem Namen "Bankamiz" ("Die Bank für uns") plant der Marktführer spezielle Angebote für die erste bis dritte Generation der Einwanderer. Demnach sollen in einer Pilotphase zunächst in zehn Filialen 20 zweisprachige Mitarbeiter die deutsch-türkischen Kunden beraten. Zudem soll es Prospekte und Verträge in den beiden Sprachen geben. Geplant sind solche Angebote zunächst in Berlin, Köln und im Ruhrgebiet.

Die Deutsche Bank stelle sich damit der Tatsache, dass immer mehr Türken nicht in ihr Heimatland zurück wollten, sondern sich hierzulande für Anlage- und Altersvorsorgeprodukte interessierten, sagte der Sprecher weiter. Als Anreiz bietet die Bank zunächst fünf kostenlose Überweisungen pro Jahr in die Türkei an. «Wir wollen damit die 230.000 türkischstämmigen Kunden, die wir haben, noch besser bedienen und über die intensivere Beratung auch neue Kunden gewinnen», sagte der Sprecher. Bei Erfolg will die Bank das Projekt nach Angaben des Sprechers ausbauen. Das Institut wolle auch unter die Lupe nehmen, ob sich spezielle Bankprodukte für die deutsch-türkische Zielgruppe lohnten. (tso/AFP)

Mindestlohn macht Schwarzarbeit «attraktiver»

Durch die höhere Mehrwertsteuer hat sich «die Steuermoral verschlechtert», erklärt Fachmann Schneider die Ausweitung der Schwarzarbeit. Deshalb warnt er auch vor flächendeckenden Mindestlöhnen. Die Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen zwischen 7,50 und 8,00 Euro würde die Schwarzarbeit in Deutschland um zehn bis 15 Milliarden Euro jährlich steigen lassen. Das hat der führende Forscher zu Fragen der Schattenwirtschaft, der Linzer Ökonom Friedrich Schneider, errechnet, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet. «Es ist eindeutig so, dass Schwarzarbeit umso attraktiver wird, je teurer reguläre Arbeit ist», sagte Schneider der Zeitung. «Zieht man einen starren Mindestlohn ein, wird die Schwarzarbeit deutlich zunehmen.» Der Fachmann sieht «eine ganze Reihe von Maßnahmen», die die Bundesregierung sofort umsetzen könnte, um Schwarzarbeit in reguläre Arbeit umzuwandeln, «aber momentan scheint die Politik mit den Mindestlöhnen den umgekehrten Weg zu geben», monierte der Volkswirt. 

Im vergangenen Jahr nahm das Volumen der Schwarzarbeit in Deutschland nach Schneiders Berechnung um drei Milliarden auf rund 348 Milliarden Euro zu. Das entspricht einer Quote von 14,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung, gemessen an einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,37 Billionen Euro.

www.gruenderlexikon.de - Aktuelle Informationen

Leistungsabschreibung

Die Quote stieg zum Jahr 2006 um einen Prozentpunkt – die Zunahme erklärte Schneider mit der Mehrwertsteuererhöhung, die zum 1. Januar 2007 wirksam wurde. «Das hat die Steuermoral verschlechtert», sagte der Experte. «Indirekte Steuern wie die Mehrwertsteuer treffen die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen härter, die Kleinen fühlen sich stärker belastet, und ihre Bereitschaft zur Schwarzarbeit steigt.»

In den drei Jahren zuvor war die Schattenwirtschaft zurückgegangen, von 370 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 345,5 Milliarden Euro im Jahr 2006. Schneider erklärt diesen Rückgang teilweise mit der Arbeitsmarktreform Hartz IV und der Liberalisierung der Handwerksordnung. Auch die seit Anfang 2006 mögliche steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben für private Haushaltshilfen habe schwarz geleistete Dienste von etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz in die Legalität geholt, so der Fachmann. «Würde man den steuerlich absetzbaren Betrag von 500 Euro auf 1000 Euro je Haushalt erhöhen, hätte man einen Rückgang der Schattenwirtschaft um mindestens drei Milliarden Euro», erklärte Schneider. (nz)

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